Zum Inhalt springen

Wie können sich unsere Körperzellen, trotz identischem Erbgut, in verschiedene Zelltypen entwickeln und unterschiedlichste Funktionen ausführen? Damit beschäftigt sich die Epigenetik. Oliver Bell forscht mit seinem Team auf diesem Gebiet und untersucht, wie Gene gesteuert werden und welche Faktoren dazu führen, dass Gene in bestimmten Zellen stillgelegt sind.

Das sogenannte Chromatin schränkt das Ablesen von Genen ein und ermöglicht dadurch die Organisation des Genoms in "offene" Regionen mit aktiven Genen und "geschlossenen" Regionen mit inaktiven Genen. Chromatin ist ein Komplex aus DNA und Proteinen, der so kompakt verpackt ist, das immerhin 2 Meter DNA in einen Zellkern passen. Je kompakter verpackt, umso schwerer kann dieser Genabschnitt abgelesen werden.

Dieses sogenannte Epigenom wirkt eine Ebene über dem Genom und kann durch umweltbedingte Faktoren, wie Stress oder Ernährung, beeinflusst werden. Es ist auch mitunter dafür verantwortlich, dass sich beispielsweise eineiige Zwillinge unterschiedlich entwickeln, obwohl sie dasselbe Erbgut besitzen.

Die Epigenetik kann auch gänzlich neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Krankheiten, wie etwa Leukämie, geben. Auch bei der Ausprägung von neurologischen Erkrankungen wie etwa Schizophrenie scheinen epigenetische Faktoren eine wichtige Rolle zu spielen.

Ausführliche Informationen und wissenschaftliche Publikationen finden Sie auf der Lab-Homepage von Oliver Bell (in englischer Sprache)