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Auszeichnungen

IMBA Gruppenleiterin Kikuë Tachibana erhält einen Förderpreis der Stadt Wien

Die Stadt Wien vergibt jährlich mehrere Förderpreise zur Würdigung für bisherige hervorragende Gesamttätigkeiten in einem wissenschaftlichen Feld. Dieses Jahr konnte sich IMBA Gruppenleiterin Kikuë Tachibana einen der sechs mit je €4.000,- dotierten Preise sichern.

Ein langjähriges Forschungsinteresse von Kikuë Tachibana besteht darin, die molekularen Ursachen des sogenannten „maternal age effect“ zu entschlüsseln. So wird der Zusammenhang der Zunahme trisomischer Schwangerschaften (wie etwa das „Down-Syndrom“) mit dem steigenden Alter der Mütter bezeichnet. Tachibanas früheren Arbeiten über Cohesin, einen Proteinkomplex, der die Chromosomen während der Teilung zusammenhält, unterstützten die Hypothese, dass der irreversible Verlust von Cohesin zur altersbedingten Fehlverteilung von Chromosomen auf die Tochterzellen und mitunter auch zur Unfruchtbarkeit der Mutter beiträgt.

Das zentrale Forschungsinteresse der Gruppe liegt auf dem Verständnis, wie Chromatin nach der Befruchtung bei Säugetieren reorganisiert und auf Totipotenz umprogrammiert wird. Tachibanas Labor leistet Pionierarbeit im Bereich der räumlichen Organisation von Chromatin in einzelligen Embryonen oder Zygoten und betreibt bahnbrechende Forschung zur mechanistischen Zellbiologie während des Übergangs von der Eizelle zur Zygote. Kikuë Tachibana hat entdeckt, dass die Löschung des epigenetischen Gedächtnisses von Sperma-Chromatin durch einen Überwachungsmechanismus kontrolliert wird, der sicherstellt, dass die Reprogrammierung innerhalb eines Zellzyklus erfolgt. 

Derzeit leitet Kikuë Tachibanaein internationales Konsortium, um die Mechanismen zu entschlüsseln, die über die Reprogrammierung zur Totipotenz führen und so die Grundlage legen, jeden Zelltyp im Körper entstehen zu lassen und einen ganzen Organismus hervorzubringen.

Über Kikuë Tachibana

Kikuë Tachibana wurde in Österreich, Japan und Großbritannien ausgebildet. Sie promovierte bei Ron Laskey in Zellzyklus- und Krebsforschung an der Universität Cambridge. Sie setzte ihr Postdoktorat in Kim Nasmyths Labor in Oxford fort, wo sie ein Testverfahren entwickelte, das es erlaubte, Cohesin in weiblichen Keimzellen zu studieren. Seit November 2011 ist Kikuë Tachibana Gruppenleiterin am IMBA. Während dieser Zeit erhielt sie bereits einen ERC Starting Grant, die prestigeträchtige Walther Flemming Medaille und konnte sich eine Förderung der "Herzfelderschen Familienstiftung" des FWF sichern. Darüber hinaus erhielt sie 2018 bereits eine Förderung durch das renommierte HFSP Programm im Umfang von 1,2 Millionen Dollar, um die Mechanismen der Reprogrammierung zur Totipotenz zu untersuchen. Kikuë ist sowohl EMBO Young Investigator als auch vollwertiges EMBO-Mitglied.