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Das war das „Meet the Experts“ - Wunderwerk Gehirn

Der renommierte Gehirnforscher Wolf Singer und Nina Corsini, leitende Wissenschaftlerin im Labor von Jürgen Knoblich, waren die ExpertInnen des Abends beim „Meet the Experts“ am IMBA, der ganz im Zeichen des "Wunderwerks" Gehirns stand.

Die Frage nach der komplexen Organisation des Gehirnes ist wohl eines der größten Rätsel der modernen Wissenschaften und beschäftig weltweit Forscherteams sämtlicher Disziplinen. Umso erstaunlicher ist es, dass dieses mächtige Netzwerk aus Hunderten Milliarden von Nervenzellen und Billionen von Synapsen  seinen Ursprung in nur wenigen Zellen hat. Und dass bereits kleine Fehler während dieser wundersamen Entwicklung schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben können.

Am IMBA kann man seit 2013 die Gehirnentwicklung in der Petrischale nachspielen. Damals schafften Jürgen Knoblich und sein Team es - zum allerersten Mal weltweit – aus menschlichen Stammzellen kleine dreidimensionale Gehirnmodelle wachsen zu lassen. Sogenannte Gehirn-Organoide bilden den Aufbau eines menschlichen Gehirns erstaunlich genau den ab und kommen als Modellsystem zum Einsatz, um neurologische Krankheiten an menschlichem Gewebe zu studieren.

Das etablierte Format „Meet the Experts“ bildet seit über 10 Jahren eine Brücke zwischen Forschung und Gesellschaft. Für 2020 das konnte das IMBA mit Prof. Wolf Singer einen der renommiertesten Gehirnforscher als 'Expert' gewinnen. Moderiert wurde die Veranstaltung von IMBA Head of Communications and Partnerships Evelyn Devuyst.

Nach einer Begrüßung durch den Wissenschaftlichen Direktor Jürgen Knoblich ging Wolf Singer in seinem Vortrag auf die "Wunder des Gehirns" ein, etwa, wie unsere Intuition über die Funktionsabläufe in unserem Gehirn im Widerspruch zu neurobiologischen Erkenntnissen steht. Es gelang ihm, komplexe Themen wie Deep Machine Learning Networks und flexible Assoziationen greifbar zu machen und anhand vielerlei Metapher die unglaubliche Komplexität dieses Netzwerkes zu vermitteln.  "Jedes System in diesem Netzwerk ist ein autistisches System, das sich hauptsächlich mit sich selbst beschäftigt und die Welt nur ganz lose einkoppelt", so Singer über die unvorstellbare Komplexität der Wechselwirkungen unter Zellen, die in einem Gehirn stattfinden.

"All die Zellvielfalt im Gehirn hat ihren Ursprung in nur wenigen Zellen, und dank unserer Gehirn-Organoide können wir diese ersten Schritte der Gehirnentwicklung nun einfach nachspielen. Das war bis jetzt nicht möglich. Und so können wir nun auch herausfinden, wie dabei Krankheiten entstehen können," so IMBA Forscherin Nina Corsini über ihr spannendes Forschungsgebiet. Als leitende Wissenschaftlerin im Labor von Jürgen Knoblich ist sie insbesondere an den 'typisch menschlichen' Merkmalen der Gehirnentwicklung interessiert. In ihrem Vortrag berichtete sie über eine erstaunliche Entdeckung, die auch großes klinisches Potenzial für seltene Gehirnerkrankungen, zum Beispiel wie Tuberöse Sklerose, aber auch andere Epilepsien birgt. Womöglich helfen diese neuen Erkenntnisse auch, andere Gehirnerkrankungen wie Autismus oder Schizophrenie, die sich nicht an der Maus erforschen lassen, besser zu verstehen.
 

Unter den Gästen: 

Markus Müller (Rektor MedUni Wien), Thomas Streimelweger und Georg Schoder (red stars), Martha Feucht (AKH), Alexandra Winkler (Hotel Sacher), Ursula Kwizda (Kwizda Holding), Georg Riha (Riha Film), Wolf D. Prix (COOP HIMMEL(B)LAU), Oliver Szolar (a:head), Thomas Holzhuber (impaction), Manfred Götz (Mediziner und Ö1-Radiodoktor), Hermann und Renate Kopetz, Dagmar Grimus-Leitgeb (ELEPHANTS JUMP), Elisabeth Neuwirth (Notariat), Caroline Weissenbacher (DIE CARO) sowie mehrere IMBA-UnterstützerInnen, unter ihnen Elsa Barsanti und Martina Hofstetter, bei denen sich IMBA-Direktor Jürgen Knoblich persönlich an diesem Abend mit einem Blumengruß bedankte.

Fotos (c) Sandra Schartel

Wir bedanken uns bei den Sponsoren der Veranstaltung: a:head bio AG und red-stars.com data AG

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